Das Beste kommt zum Schluss
- chiarasue

- 3. Mai 2020
- 3 Min. Lesezeit
Mein Freund und ich beschäftigen uns beim Frühstück immer mit einem kleinen Ratespiel. Wenn wir ein Butterbrot essen, schneiden wir es in Streifen. Wir haben beide die Angewohnheit, den am besten aussehenden Streifen – in der Annahme, dass er auch am besten schmeckt – als letzten zu essen. Wir raten im Geheimen immer, welchen Streifen der andere wohl als letzten essen wird. Und meistens raten wir auch richtig! Aber das tut hier nichts zur Sache. Ich denke, dass man die Menschheit in drei Gruppen teilen könnte: Diejenigen wie mein Freund und ich, die sich das Beste immer zum Schluss aufheben, diejenigen, die das Beste gleich zu Beginn essen wie mein Bruder beispielsweise und diejenigen, die einfach essen und sich keine Gedanken um die Reihenfolge machen.
Inspiriert von diesem Gedanken ist mir eine Idee in den Kopf geschossen. Was, wenn sich diese Essensgewohnheit auf mein ganzes Leben auswirkt? Hebe ich mir immer das Beste zum Schluss auf? Und wenn ja, wann ist der Schluss? Ich habe festgestellt, dass ich tatsächlich immer versuche, meine To-Do-Liste vom schlimmsten bis zum besten abzuarbeiten. Die Tragik daran ist, dass ich zum Besten (endlich an meinem vierten Buch weiterschreiben zu können) noch immer nicht gekommen bin. Ich vertraue darauf, dass mir spätestens die Sommerferien die nötige Zeit dafür bringen werden.
Mein Bruder hingegen macht seine Aufgaben für die Schule minimalistisch. Er verbringt fast den ganzen Tag mit Sachen, die ihm Spaß machen. Wenn ich meine Termine so regeln würde, würde der Zeitdruck in meinem Hinterkopf irgendwann durch meine Stirn zu sehen sein. Ich denke zu viel und genieße zu wenig; das weiß ich schon seit ich in der Volksschule war. Mein Bruder ist da das genaue Gegenteil von mir. Er nimmt seine Probleme locker (außer wenn es um schlechten Internetempfang geht ;P) und macht kein Drama aus einer Kleinigkeit. Das hat er von unserem Papa, während ich von dieser Einstellung gar nichts geerbt zu haben scheine. Aber heißt das alles, dass ich mein Leben weniger genießen kann, nur weil ich mir das beste Stück Butterbrot immer bis zum Schluss aufhebe?
Ich glaube, dieser Satz ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass ich zu viel denke. Ich denke, dass meine Einteilung der Menschheit auf die gleiche Art, aber mit anderen Wörtern auch funktionieren kann: Das-Beste-zum-Schluss-Menschen sind Kopfmenschen, während Das-Beste-am-Anfang-Menschen Bauchmenschen sind. Die Kopfmenschen denken darüber nach, welches Brotstück sie wann essen sollen. Ich entscheide mich für das Beste zum Schluss, weil ich mich dann während der ganzen Brot-Ess-Zeit auf den krönenden Abschluss freuen kann. Außerdem bleibt mir dann der beste Nachgeschmack. Ich nehme an, dass Bauchmenschen einfach nach ihrem Bauchgefühl das beste Stück gleich am Anfang essen. So verhindert man auch, dass jemand Hungriges vorbeikommt und einem kurzerhand das beste Stück wegschnappt. (An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen: Wenn ich mir mit mehreren Menschen zum Beispiel aus einer Schüssel Erdbeeren teile, sichere ich mir auch gleich zu Beginn die besten Erdbeeren. Da schlägt dann der Egoismus natürlich sofort durch. ;-) )
So, wo war ich? Bei so vielen Essensgedanken komme ich ganz durcheinander. Da fällt mir ein, dass da hinten irgendwo noch eine Toffifee-Schachtel liegen müsste…egal, zurück zum Thema: Was wären dann aber die Ich-habe-keine-Essensreihenfolge-Menschen? Die Kopfbauchmenschen? Wären sie dann die gelassensten? Aber jeder Mensch hat doch ein Lieblingsstück beim Essen, oder? Oder einen Favoritenpunkt auf der To-Do-Liste? Ich weiß es nicht genau. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es einem besser gehen würde, wenn man sich nicht so viele Gedanken um die Essensreihenfolge und die gravierenden Auswirkungen dessen auf das eigene Leben machen würde.
In welche Kategorie denkst du, würdest du gut passen? Kopf, Bauch, Herz, Hintern, Ohr, Zeh? Ich vermute, dass ich ein Kopfmensch bin, aber ganz sicher bin ich kein Zehmensch. Sehr gut, dass das geklärt wäre. Lass dich von meinen Gedankenzügen nicht zu sehr beeinflussen. Diese Einteilung der Menschen ist mir nur heute beim Frühstück so eingefallen und ich finden den Gedankengang dahinter interessant. Vielleicht entsteht ja mal etwas größeres als nur dieser Text daraus.
So, ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag! Ich gehe jetzt mal diese Toffifee-Schachtel suchen…;)




Du hast recht @mgbgfusiwwgttyjkzh Tom lehrt uns wirklich viel über das Leben und Frühstücken! Manchmal reicht auch ein halbes Marmeladenbutterbrot mit Honig
Ich finde diesen Blogeintrag unerhört es geht garnicht um Toffifee sondern um Butterbrot, außerdem sind Butterbrote überbewertet. Hier ein Video zur richtigen Bildung des Gedächnis und über die Aufklärung über das dick werden: https://www.youtube.com/watch?v=pgmWzrqIKcw