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Gefangen in Gedanken

  • Autorenbild: chiarasue
    chiarasue
  • 15. Juli 2020
  • 3 Min. Lesezeit

Hallo alle zuasmmen!

Nach einer etwas längeren Pause bin ich nun wieder (hoffentlich) regelmäßig hier aktiv. Ich habe vor, die freie Zeit in all ihren Zügen zu genießen und dich an meinen (oft) großartigen Einfällen teilhaben zu lassen. Auch in den letzten Wochen sind mir einige Gedanken gekommen, die mich zum Nachdenken gebracht haben und nun das Fundament dieses Beitrags bilden werden. Und zwar wird es um...Trommelwirbel...unsere Köpfe gehen!


Unser Gehirn ist vermutlich eines unserer faszinierendsten Körperteile, das wir nie in seiner vollen Gänze verstehen werden können. Ohne unseren Kopf wäre es uns nicht möglich, die simpelsten Dinge wahrzunehmen, weil wir sie nicht verarbeiten könnten. Wir brauchen ihn für jede Handlung, jeden Gedanken, sogar beim Schlafen für die Träume. Unser gesamtes Nervensystem wird über das Gehirn gesteuert. (Außer im Falle eines Reflexes, da hilft das Rückenmark kurz aus.)

Wir können auf einige Körperteile verzichten oder sie sogar austauschen. Aber soweit ich weiß, ist es noch nie gelungen, ein Gehirn zu transplantieren. Sogar das Herz und die Lunge lassen sich im Notfall austauschen, aber unser Gehirn nicht. Es gehört zu uns und wird bis zu unserem Tod ein Teil von uns bleiben.

Diese Tatsache kann man nun aus zwei Blickwinkeln betrachten. Beginnen wir mit dem Negativen:

Wir kommen unserem Gehirn nicht aus. Wenn es einen Fehler hat oder nicht so funktioniert, wie wir wollen, müssen wir damit zurechtkommen. Wenn unsere Psyche aus irgendeinem Grund panische Angst vor Zahnpasta hat, können wir diese nicht einfach abschalten. Wir müssen lernen, damit umzugehen und so können wir womöglich über die Angst hinauswachsen. Gewissermaßen sind wir in unserem Kopf auf ewig gefangen. Unsere Gedanken sind die Gefängniswächter und sorgen dafür, dass wir auch nie vergessen, wo wir hingehören. Eines der größten Kunststücke der Psyche ist, diese Wächter zu kontrollieren. Es erfordert viel Übung und ist nur bis zu einem gewissen Grad möglich, aber dennoch nicht unschaffbar.

Oft wünsche ich mir, ich könnte kurz in die Köpfe von anderen Menschen hineinschauen und sehen, ob sie genauso funktionieren wie meiner. Sieht es dort so aus wie in meinem Gehirn? Höchstwahrscheinlich nicht. Aber gibt es verschiedene Arten zu denken oder sind sich in dieser Sache alle Menschen gleich? Sehen optimistische Menschen die negativen Aspekte eines Umstandes einfach nicht oder ignorieren sie sie? Wie fühlt es sich im Kopf meines Freundes an?

Auf alle diese Fragen werde ich nie eine Antwort erhalten. (Außer die Wissenschaft findet einen Weg dafür, was ich unglaublich spannend fände!) Manchmal deprimiert mich die Vorstellung, mein ganzes Leben nur durch meinen Kopf erleben zu können. Aber dann bin ich auch irgendwie froh darüber. Ich weiß eben nicht, wie es in anderen Gehirnen aussieht. Vielleicht habe ich für mich den besten Kopf erwischt. Höchstwahrscheinlich sogar, warum hätte ich ihn sonst?

Denn ein Gehirn ist mit Abstand das intelligenteste, was mir je untergekommen ist (zumindest einige, nicht alle ;) ). Oft bin ich selbst erstaunt über die Dinge, die mein Kopf weiß. Es ist echt bewundernswert, wie wir lernen und denken. Manchmal habe ich das Gefühl, ich denke ohne meine Zustimmung. Ich schaue nur zu, was meine Gedanken basteln. Oft schreibe ich das dann auf und habe einen tollen Text gezaubert. Was hier am Werk ist, ist unsere Fantasie.

Wenn wir beispielsweise lesen, befinden wir uns psychisch nicht an unserem physischen Aufenthaltsort. Wir sind mit unseren Gedanken in einer Geschichte. Unsere Augen mögen nur weiße Seiten mit schwarzen Symbolen sehen, doch in Wirklichkeit empfinden wir etwas anderes. Stell dir vor, das wäre nicht möglich. Stell dir vor, wir hätten keine Fantasie und könnten uns nichts vorstellen. Das wäre nicht nur unfassbar langweilig, sondern für den Menschen auch tödlich, würde ich behaupten. Ohne Fantasie würde unsere Gesellschaft ganz anders aussehen. Vermutlich gäbe es keine Häuser oder Fortbewegungsmittel. Wir wären ewig in der Steinzeit hängengeblieben. Und ich könnte diese Gedanken nicht haben, weil ich gar keine Gedanken hätte. Ich wäre eine Maschine. Und das ist der Zauber, der uns Menschen ausmacht: Unsere Denkfähigkeit, unsere Fantasie.


Ich denke zu viel. Diesen Satz habe ich jetzt schon oft gehört und noch öfter gedacht. Es stimmt, ich denke ziemlich viel, weil ich sehr schnell denke. Kaum hat jemand eine Idee geäußert, hat mein Kopf schon alle Pro- und Kontraargumente gegeinander abgewogen. Ich kann das gar nicht steuern, es passiert einfach. Das hat sowohl schlechte, als auch gute Seiten. Im Großen und Ganzen bin ich aber froh über meinen hochmotivierten Kopf. Außerdem bin ich dankbar, dass ich nicht zu wenig denke. Denn immerhin habe ich nur dieses eine Gehirn und mit ihm will ich mich gut stellen. Ich habe nämlich vor, noch eine lange, lange Zeit mit ihm zusammenzuarbeiten.


Also sag doch einfach mal "danke" zu deinem Kopf, denn sei dir versichert, er gibt sein Bestes!


Ich freue mich schon auf Sonntag. Bis dann :)





 
 
 

1 Kommentar


tobihauer001
tobihauer001
15. Juli 2020

Ich mag deinen Kopf 😇

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