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Lockdown Nr. 3 nähert sich dem Ende

  • Autorenbild: chiarasue
    chiarasue
  • 7. Feb. 2021
  • 3 Min. Lesezeit

Gegen Ende des dritten (gefühlt aber eher elften) Lockdowns häufen sich die Schreckensnachrichten in den Medien. Die Jugendpsychatrien platzen aus allen Nähten, die Arbeitslosenzahlen steigen in schon lange nicht mehr gesehene Höhen, zahlreiche Betriebe können sich nicht mehr lange über Wasser halten... Wir alle befinden uns an einem Punkt, an dem wir uns nichts sehnlicher wünschen, als dass dieser Albtraum endlich aufhört. Wir befinden uns in einer realen Dystopie. Wenn ich vor einem Jahr erfahren hätte, was sich in der kommenden Zeit abspielt, hätte ich vermutet, in ein Buch gesogen worden zu sein. Ich meine, wie wahrscheinlich ist diese Realität, in der wir uns momentan aufhalten? Diese Welt, in der man fremde Menschen nur noch mit halbem Gesicht kennenlernt, in der die üblicherweise prall gefüllten Einkaufsstraßen leer stehen und ein großer Teil der Bevölkerung seinen täglichen Pflichten vor einem Bildschirm nachkommt. 100%. Diese Welt ist zu 100% wahrscheinlich, weil wir in ihr leben. Seit etwas weniger als einem Jahr. Und auf irgendeine Weise verbindet diese Isolation auch. Ich kann gut verstehen, wenn jetzt jemand verständnislos den Kopf (mit einer ungeheuren Haarmähne, die schon lange keine Schere mehr gesehen hat) schüttelt, ist doch Isolation der Inbegriff des Alleinseins, der stets mit einer Prise Einsamkeit gewürzt wird. Allerdings sind wir alle gemeinsam allein. Jeder für sich sieht sich mit Herausforderungen konfrontiert, die er so noch nie erlebt hat. Jeder sehnt sich in irgendeiner Form in das Leben vor Corona zurück. Ich selbst bilde da keine Ausnahme. Ich möchte endlich meine Freunde wieder umarmen können, etwas unternehmen, das nicht Spazierengehen ist und meine Großeltern besuchen, ohne Angst haben zu müssen, dass ich sie mit einer Berührung tödlicher Gefahr aussetze. Und ganz bestimmt habe ich mir die letzten Monate meiner Schulzeit nicht so vorgestellt. Vielleicht werde ich keine Woche mehr in die Schule gehen und ich weiß es nicht. Einen Maturaball wird es ganz sicher nicht geben. Ich weiß, dass das im Vergleich zu anderen Problemen Kleinigkeiten sind, aber es sind die großen Tragödien in meinem Leben. Es tut weh, auf so vieles verzichten zu müssen. Nichtsdestotrotz lenkt gerade dieser Verzicht unsere Aufmerksamkeit auf etwas ganz Essenzielles: das, was wir haben. Der Lockdown hat auch einige positive Seiten und ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige bin, die durch die Pandemie ein anderer, vielleicht sogar ein kleines bisschen besserer, Mensch geworden ist. Ich habe mich viel mit mir selbst beschäftigt, konnte einiges lernen und habe neue (teils glückliche, teils frustrierende) Erfahrungen gesammelt. Und trotz allem kann ich immer noch meinen Freund sehen, ich habe weiterhin die Möglichkeit zu schreiben und hin und wieder darf ich sogar in die Schule gehen. Durch den Lockdown habe ich diese Dinge erst richtig zu schätzen gelernt. Ich will euch aber gar nicht vorschreiben, plötzlich zufrieden und glücklich durch die Gegend zu laufen. Nein, es ist vollkommen in Ordnung zu jammern, sich zu ärgern und zu trauern. Das tue ich ja auch regelmäßig. Ich wollte euch nur noch einmal vor Augen führen, dass nichts ausschließlich schlechte oder gute Seiten hat. Manchmal müssen wir uns nur etwas anstrengen, um etwas Licht durchblitzen zu sehen. Ich wünsche euch allen ganz viel Kraft für die kommenden Wochen! Denkt daran, dass ihr nicht allein seid. Da draußen gibt es tausende Menschen, denen es so geht wie euch oder die euch zumindest verstehen. Wir schaffen das. Jeder für sich allein und gemeinsam. Wenn euch etwas ganz besonders beschäftigt, könnt ihr das gerne in die Kommentare schreiben. Wir hören uns nächsten Sonntag wieder! Bis dann ;)



 
 
 

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