Lockweile 2.0.
- chiarasue

- 8. Nov. 2020
- 2 Min. Lesezeit
Zum zweiten Mal in diesem Jahr bleibt man in seinem Haus und verlässt die eigenen vier Wände nur, um frische Luft zu schnappen oder das Nötigste einzukaufen. Nach 20:00 Uhr gilt eine Ausgangssperre. Es klingt nach Dystopie.
Niemand von uns hätte sich vor einem Jahr vorstellen können, dass es hier bei uns im 21. Jahrhundert zu einer solchen Situation kommen könnte. Jetzt stecken wir mitten drin und es ist ungewohnt, in einen Supermarkt zu gehen und das vollständige Gesicht einer Person zu sehen.
Genau wie alle anderen Oberstufenschüler sitze ich seit nun schon zwei Wochen daheim. Mindestens 7 Stunden täglich vorm Laptop sitzen. Keine Ahnung haben, wie sich das Bildungsministerium vorstellt, dass das Distance Learning mit Präsenzunterricht mithalten kann. Unwissend, wie die Matura heuer ablaufen wird. Am meisten belastet mich tatsächlich die viele Zeit, die ich vorm Bildschirm sitze.
Aber ich weiß, dass ich mit all meinen Problemen nicht allein bin.
Unternehmen bangen um ihre Existenz.
Angestellte wissen nicht, ob sie ihre Arbeit behalten können.
Die vielen Menschen in den lebensnotwendigen Berufen arbeiten seit einem halben Jahr auf Hochtouren.
Kinder dürfen ihre Freunde nicht treffen.
Die älteren Leute in Pflegeheimen dürfen ihre Familien nicht mehr sehen.
Jemand, der schon lange auf eine wichtige Operation wartet, wird erneut vertröstet.
Und und und…
Keine Frage. Diese Zeit ist eine Herausforderung für uns alle. Und ich ärgere mich. Ich ärgere mich Tag für Tag und ärgere mich, dass ich mich ärgere, weil ich sowieso nichts ändern kann.
Aber ist es das wert?
Hat ein Virus tatsächlich die Macht, mir meine Lebensfreude zu stehlen? Nein.
Diese Macht habe nur ich. Ich bin es, die sich von all diesen Umständen und Einschränkungen runterziehen lässt. Ich bin es, die sich von der Angst in mein Zimmer fesseln lässt. Ich bin es, die über die Entscheidungsträger schimpft, obwohl ich weiß, dass ich, steckte ich in ihren Schuhen, heillos überfordert wäre.
Was kann ich also tun? Was können wir alle tun, um nicht erneut in ein Lockdownloch zu fallen?
Ich habe diese Stimmung, die mich zurzeit immer öfter überfällt, Lockweile genannt. Es ist eine seltsame Form der Langeweile. Eine ganz eigene Art der Unterbeschäftigung, obwohl man das Gefühl hat, man hat viel zu viel zu tun.
Und immer, wenn ich drohe, in diese Lockweile abzurutschen, erinnere ich mich daran, dass ich in der Hand habe, wie es mir geht. Ich gehe nach draußen, atme tief durch und überlege, was ich jetzt am liebsten tun würde.
Lassen wir uns von einem Virus nicht die Freude am Leben nehmen! Unser Glück obliegt uns selbst. Wir haben die Macht, uns selbst glücklich zu machen und dazu brauchen wir nichts außer den Willen dazu :)
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Sonntag und viel Kraft für die kommende Woche!

Das ist ein Bild, das man eigentlich gar nicht mit Lockdown in Verbindung bringen würde. Dennoch ist es heute entstanden. Es mag so wirken, als würde uns unsere Freiheit genommen, aber wir haben immer noch die Möglichkeit, hinaus in die Natur zu gehen. Sei es auf einen Berg oder nur einmal ums Haus. Ich weiß, dass es spießig klingt, aber manchmal kann es eine riesige Hilfe sein, auf das zu achten, was wir haben und nicht auf das, was uns fehlt.



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