Meine Pläne für den Sommer
- chiarasue

- 17. Juli 2022
- 4 Min. Lesezeit
Hallo alle miteinander!
Zuallererst muss ich mich bei euch entschuldigen. Letzte Woche habe ich mich nicht bei euch gemeldet und das ganz ohne Entschuldigung. Der Grund ist einfach zu nennen: Zeitmangel. Ich musste noch für die allerletzte Prüfung in diesem Semester lernen und natürlich auch arbeiten. Die Prüfung habe ich glücklicherweise hinter mich gebracht und nun wieder Zeit, um mich den wichtigen Dingen im Leben zu widmen: Schreiben und Eis.
Wie geht es euch? Gut in den Juli gestartet? Ich persönlich bin ja noch etwas chaotisch unterwegs und muss erst realisieren, dass die Ferien begonnen haben. Wie ihr vielleicht wisst, stehen die Ferien bei mir auch mit etwas ganz Besonderem in Verbindung: Bücher schreiben. Ferienzeit ist Schreibzeit. Dahingehend habe ich gute Nachrichten für euch: Caecilia hat mich bereits in ihr letztes Abenteuer mitgenommen. Wir sind die Reise gestartet und nun gibt es kein Zurück mehr. Ich freue mich schon darauf, mit ihr den neuen Abschnitt zu erleben und natürlich umso mehr, euch dann davon zu erzählen. Ich will allerdings auch keine zu großen Versprechungen machen. Ich bin erst ganz am Anfang, aber einen kleinen Funken Vorfreude kann man ja schon mal schüren :D.
Dass ich mich wieder Caecilia gewidmet habe, bedeutet aber auch, dass ich in nächster Zeit nicht allzu viele freie Kapazitäten für diesen Blog haben werde. Wie ihr euch vielleicht gemerkt habt, arbeite ich in den Ferien auch immer Vollzeit in einem Eiscafé und dann soll noch ein bisschen Zeit zum Entspannen übrigbleiben. Es kann also sein, dass ich in den nächsten Wochen nicht ganz so regelmäßig wie sonst einen Beitrag posten werde. Wenn ich einmal eine Pause von Caecilia brauche und mich das Schreibfieber packt, werde ich euch dennoch natürlich daran teilhaben lassen. Ich kann nur nicht versprechen, dass das passieren wird ;)
Eine Buchreihe zu Ende zu führen, ist nämlich gar keine so einfache Aufgabe, müsst ihr wissen. Zuerst einmal muss ich mich an alles erinnern, was ich angefangen habe, um es auch zu Ende zu bringen. Aus diesem Grund habe ich vor einigen Monaten alle Teile noch einmal gelesen und mir Notizen gemacht. Ihr glaubt nicht, wie viel ich offen gelassen habe, ohne es zu merken. Ich bin echt eine fiese Geheimnisbewahrerin, die immer nur kleine Andeutungen macht, ohne einmal Klartext zu reden. Glücklicherweise kann ich mich an die meisten Geheimnisse selbst noch erinnern, sodass ich sie dann im letzten Band endlich lüften kann. Wenn ich Lust darauf habe...mal sehen...offene Enden haben schließlich auch ihren Reiz.
Das Ende...das wird sowieso so eine riesige Herausforderung, dass ich darüber noch gar nicht nachdenken will. Im Leben kann man sich nicht aussuchen, wie die Dinge ausgehen. Als Autorin der eigenen Bücher schon. Allerdings darf man das nicht durchblicken lassen. Es soll ja realistisch wirken und um das nicht zu vereiteln, kann natürlich nicht alles Heiter-Sonnenschein ausgehen, auch wenn ich mir das für meine Figuren wünschen würde. Es stellt sich also die Frage: Wen bringe ich um? So brutal sich das auch anhören mag, so wahr ist es doch. Genau diese Frage stelle ich mir in genau dieser Formulierung, wissend, dass ich mich damit bei manchen Leser*innen nicht unbedingt beliebt machen werde.
Meine ehemalige Deutschlehrerin zum Beispiel hegt seit Jahren einen Groll gegen mich, weil ich in meinem ersten Buch („Die sieben Gezeichneten“) eine bestimmte Person nicht am Leben gelassen habe. Interessant wird es dann, wenn die Leser*innen anfangen, mit mir zu debattieren á la „Aber den hättest du doch stattdessen umbringen können. Dessen Tod würde auch wehtun, wäre aber nicht so übertrieben“. Wenn meine armen Figuren wüssten, wie kaltblütig über ihre Leben gefeilscht wird...
Auf jeden Fall werde ich mich nicht beeinflussen lassen, habe ich mir vorgenommen. Ich bringe um, wen ich will. Ein Satz, der mich in jeder anderen Situation vermutlich in U-Haft oder zumindest auf die Geschlossene katapultieren würde. Manchmal fühle ich mich doch etwas grausam, wenn ich daran denke, welch schöne Beziehungen und Charaktere ich meine Figuren aufbauen habe lassen, wissend, dass sie sie nicht lange genießen werden. Ein paar Tode stehen nämlich von Anfang an fest und an diesen Plan halte ich mich nach wie vor. Oh ja, da folge ich den von meinem 15-jährigen Ich festgelegten Pfaden.
Ich muss gestehen, dass es auch Spaß macht, Schicksal zu spielen. Bücher zu schreiben, hat sicher auch irgendwie Therapiecharakter. Ich würde es jedem machtgierigen, kontrollsüchtigen Menschen von ganzem Herzen empfehlen. Die Figuren in deinen Büchern werden dir gehorchen. Du kannst mit ihnen machen, was du willst. Solange, bis sie in deinem Kopf zum Leben erwachen und sie nicht mehr dir folgen, sondern du ihnen. Aber das muss man auch zulassen, was bei einem machthungrigen Diktator vermutlich nicht der Fall wäre.
Diese Ambivalenz der Autorenrolle fasziniert mich immer wieder und überzeugt mich jeden Tag, dass dies etwas ist, was ich beibehalten will. Als Autor*in ist man gleichzeitig Gestalter und Zuschauer. Man nimmt eine aktive, aber auch eine passive Rolle ein. Die aktive ist für mich persönlich die lustige, entspannte, bei der ich allerdings nicht lange bleiben kann (Leider neige ich zu Faulheit.). Schon bald übernimmt dann jemand (/etwas?) anderes und ich schreibe nur mehr auf, was passiert. Darüber könnte ich eigentlich einen eigenen Beitrag schreiben... Wir waren eigentlich bei der Frage, wer im großen Finale sterben wird.
Für die Antwort müsst ihr euch noch eine ganze Weile gedulden. Dafür wird sie...unerwartet ausfallen, das kann ich euch versprechen ;) Apropos Erwartungen: Habt ihr irgendwelche Theorien zum fünften Band? Einiges habe ich schon gehört und das meiste davon ist sogar ziemlich gut. Manchmal muss ich mich schon am Riemen nehmen, um mich nicht davon zu sehr von meinem Plan ablenken zu lassen. Ich bin gespannt, was im Endeffekt herauskommen wird. Wenn ihr Ideen zum fünften Band habt, schreibt sie gerne in die Kommentare!
Nun werde ich mich wieder dem Eisgeschäft widmen. Ich muss aufpassen, dass ich im Juli nicht selbst zu einer Kugel werde ;) Euch wünsche ich einen superschönen Sommer und vielleicht hört ihr ja hin und wieder von mir und meinen schreiberischen Einfällen. Bis nächstes Mal!





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