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Roman schreiben - wie stelle ich das an?

  • Autorenbild: chiarasue
    chiarasue
  • 2. Aug. 2020
  • 5 Min. Lesezeit

Ganz oft werde ich gefragt, wie ich da eigentlich anfange, wenn ich meine Bücher schreibe. Deshalb habe ich mich heute entschieden, ein paar grundlegende Fragen zum Schreibprozess meiner Romane zu beantworten. Wie also soll ich das angehen? Einfach wild drauf loslegen? Nein, ich habe mir gedacht, ich bringe ausnahmsweise einmal etwas System in die ganze Sache und stelle mir die berühmt berüchtigten W-Fragen. Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Wozu?


Wer schreibt?


Diese Antwort ist eigentlich leicht zu beantworten – könnte man meinen. Ich natürlich. Ich bin diejenige, die am Laptop sitzt und in die Tasten hämmert, als gäbe es kein Morgen. Aber nicht so schnell. Während des Schreibens geschieht es oft, dass ich gar nicht mehr denke, sondern die Wörter einfach aus mir herausfließen. Wer schreibt dann? Mein Kopf? Mein Unterbewusstsein? Eine geheime magische Kraft des Universums? Das Buch selbst, weil es geschrieben werden will? Ich kann es dir nicht sagen. Oftmals weiß ich einfach, dass nicht ich es bin, die in diesem Moment schreibt, sondern es. Fakt ist aber, dass mein Körper vorm Bildschirm sitzt, also lassen wir diese Antwort einfach mal so stehen: Ich.


Was schreibe ich?


Nun ja, das kommt eigentlich ganz darauf an. Im Grunde schreibe ich momentan die meiste Zeit am dritten Teil von Caecilia Darkata. (Und selbstverständlich meine Blogartikel!!!) Welche Szenen genau ich schreibe ergibt sich aus dem Schreibprozess. Manchmal überlege ich mir schon im Vorhinein, was ich heute genau schreiben will. Oft habe ich dann neue Ideen und das ganze verändert sich wieder. Dabei gibt es Szenen, von denen ich weiß, dass sie passieren werden und die ich kaum erwarten kann, endlich auszuformulieren. Allerdings gibt es auch Kapitel, die ich gar nicht mag und einfach schnell hinter mich bringen will. Meistens baue ich dann aber auch dort den ein oder anderen Dialog ein, den ich genieße zu schreiben. Im Großen und Ganzen lässt sich sagen: Ich schreibe an meinem (mittlerweile vierten) Buch.


Wann schreibe ich?


Das ist in der Tat eine Frage, die mir oft gestellt wird. Wann findest du neben Schule und Freizeitaktivitäten die Zeit so viel zu schreiben? Tatsächlich ist es so, dass ich nicht die Zeit finde, sie findet mich. Die Ideen kommen ungebeten und wollen geschrieben werden. Dann packt mich eine ungeheure Schreiblust und ich muss sie einfach aufs Papier bringen. Sei es in einem Restaurant auf die Serviette oder in der Schule ins Matheheft. Wenn man meine Schulbücher durchliest, findet man beinahe überall aus dem Kontext gerissene Sätze oder Passagen, die ich in diesem Moment einfach unbedingt schreiben wollte.

An meinen Büchern arbeite ich in den Sommerferien. Ich habe festgestellt, dass sie einfach besser zu lesen sind, wenn ich sie in einem durch schreibe und nicht immer wieder Pausen einlegen muss, weil es in der Schule stressig wird. Deshalb nutze ich die Ferien, um an Caecilias Geschichte weiter zu basteln. Im Urlaub am Stand bekommt das Ganze dann noch einmal ein ganz anderes Feeling. Auch neben der Ferialarbeit lässt es sich gut schreiben. Am Vormittag während ich in der Küche stehe, denke ich mir Szenen zurecht oder finde Lösungen für Probleme, in die ich mich selbst hineinmanövriert habe und am Abend heißt es dann: Ab an den Laptop! Das ist für mich eine tolle Abwechslung, die mich auch täglich beschäftigt, so dass ich keine Ausreden finde, um vom Schreiben abzukommen. Also: Meine Bücher schreibe ich in den Sommerferien.

Wo schreibe ich?

Das lässt sich schwer beantworten. Einerseits schreibe ich meistens im Garten auf einem Liegestuhl, sobald ich von der Arbeit nach Hause komme. Andererseits schreibe ich auch in den ungünstigsten Momenten, wenn ich gerade eine tolle Idee hatte und das kann überall sein. Hin und wieder schreibe ich auch vor dem Schlafen gehen im Bett. Oder im Wohnzimmer. Oder am Strand im Urlaub. Die Orte wechseln also je nach aktuellem Sommerferienabschnitt (Urlaub oder Ferialarbeit). Dabei habe ich jedoch immer meinen Laptop am Schoß oder vor mir am Tisch, das kann ich zumindest sagen. Am liebsten schreibe ich auf unserer Terrasse und genieße parallel dazu die Sonne.

Warum schreibe ich?

Ach, wo fange ich da nur an? Weil es mir unglaublichen Spaß macht, die Ideen in meinem Kopf zum Leben zu erwecken. Weil ich es liebe, Figuren in Geschichten zu verwickeln. Weil ich mich dadurch freier fühle. Weil ich es faszinierend finde, wie viel Macht in unserer Vorstellungskraft liegt. Weil ich explodieren würde, wenn ich die ganzen Szenen und Dialoge nicht aufschreiben könnte. Weil ich stolz darauf bin, wenn mich andere Leute für meine Bücher loben. Weil es immer mein Traum war, Schriftstellerin zu werden. Weil ich es liebe, neue Welten, Figuren und Handlungen zu entwerfen. Weil ich ohne es nicht könnte.

Wie schreibe ich?

Diese Frage kann man jetzt natürlich verschieden auslegen. Einerseits physisch: Mit dem Laptop auf meinem Schoß. Oder inhaltlich: Wie gehe ich vor? Ein wesentlicher Punkt dabei ist, dass ich chronologisch schreibe. Das bedeutet, dass ich die Kapitel genau in der Reihenfolge schreibe, in der sie schlussendlich auch im Buch erscheinen werden. Ich habe gehört, dass es auch Autoren gibt, die gerade die Szenen schreiben, auf die sie Lust haben oder die sie gerade beschäftigt. Im Endeffekt wird dann alles angepasst und zusammengesetzt. Ich bewundere jeden, der das meistert. Ich verändere viel zu viel in meiner Planung, während ich schreibe, so dass schlussendlich nichts mehr zusammenpassen würde. Außerdem gefällt mir der Gedanke nicht, zuerst alles tolle zu schreiben und am Schluss die ganzen langweiligen Füllszenen noch einfügen zu müssen. Allerdings sollte ja eigentlich gar nichts langweilig sein. Na ja, für mich passt die chronologische Variante auf jeden Fall besser. Oder emotional: Grundsätzlich liebe ich das Schreiben. Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich weniger Lust habe. Dafür gibt es dann auch wieder Stunden, in denen ich nicht vom Laptop wegkomme und wollte man mich mit Gewalt wegzerren. Im Allgemeinen würde ich aber behaupten, dass ich eine sehr begeisterte und leidenschaftliche Schreiberin bin, die auch ziemlich stolz auf sich selbst sein kann, wenn sie einmal eine gute Szene zustande gebracht hat. Oder wertend: Gut? Schlecht? Mittelmäßig? Passabel? Phantastisch? Grottig? Metaphernreich? Lustig? Bewegend? Das kann und will ich nicht bestimmen. Ich denke, da hast du sowieso deine ganz eigene, goldrichtige Meinung dazu J

Wozu schreibe ich?

Das ist eine Frage, die mich wirklich zum Nachdenken bringt. Was will ich damit eigentlich erreichen? Will ich reich und berühmt werden? Will ich überall auf der Welt bekannt sein? Will ich einfach meine eigenen Bücher im Regal sehen können? Will ich andere junge Menschen dazu inspirieren, ihre Träume zu verfolgen? Will ich einfach, dass auch andere Leute an meinen Ideen und Geschichten teilhaben können? Will ich essentielle Werte vermitteln? Von allem ein bisschen, denke ich. Es ist mein größter Traum, einmal von dem Geld leben zu können, dass ich als Schriftstellerin verdiene. Womöglich werde ich das nie können, aber das wäre auch nicht so tragisch. Ich weiß, dass ich auf jeden Fall weiterschreiben werde. Und ich glaube, dass ich das auch tun würde, wenn niemand meine Bücher lesen würde, weil ich einfach so unglaublich gerne schreibe. Das ist für mich wie Yoga oder Sport oder Bergsteigen für andere. Ich brauche es einfach. Das Schreiben ist ein Teil von mir. Ohne es wäre in mir ein gigantischer Wortstau, den ich dann vermutlich herausreden müsste und wenn ich so eine Quasselstrippe wäre, würden alle meine Freunde das Weite suchen. Außerdem freue ich mich natürlich immer, wenn mir Leute erzählen, dass sie aus meinen Büchern echte Weisheiten für ihr Leben mitnehmen konnten. Oder dass sie einfach nur sehr viel Spaß hatten beim Lesen. Dadurch fühle ich mich den Menschen automatisch näher, weil sie durch die Lektüre meiner Bücher auch automatisch einen Einblick in meinen Kopf erhalten haben. Sie wissen ansatzweise, wie ich denke und fühle.

Zusammenfassend kann ich ganz einfach sagen, dass ich schreibe, weil es meine größte Leidenschaft ist, die ich um nichts in der Welt missen will.

Vielen Dank für’s Lesen! Ich hoffe, ich konnte einen passablen Eindruck der Entstehung meiner Romane geben. Ich freue mich schon auf nächsten Mittwoch, bis dann!





 
 
 

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