Step by Step
- chiarasue

- 28. Feb. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Hallo da draußen!
Heute würde ich mit euch gerne über die kleinen Erfolge im Leben sprechen. Warum? Weil sie ungeheuer wichtig sind und uns das oftmals nicht bewusst ist. Vor unseren Augen sehen wir groß das fertige Legohaus. Dabei vergessen wir, uns darüber zu freuen, dass wir die Tür eingebaut oder auch einfach nur die Grundmauern zusammengesteckt haben. Dabei wäre es so essenziell, auch diese Fortschritte zu honorieren. Ohne sie würden wir das Ziel nie erreichen.
Um dieses Dilemma durch ein anderes Beispiel anschaulicher zu machen:
Du. Deine Haare sind streng nach hinten gebunden. Dein Atem geht heftig. Schweiß tropft von deiner Stirn. Hitze wallt in Schüben durch deinen Oberkörper und steigt in deinen Kopf. Deine Füße fühlen sich bleischwer an, doch du zwingst sie, sich weiter zu beugen und zu strecken. Ich bin mir sicher, jeder von uns war schon einmal in so einer Situation: Laufen. (Hier bitte das passende DAM-DAM-DAAAAAMMMM in Gedanken einfügen.)
Jetzt salzen wir das Ganze noch ein bisschen: Marathon. (Bei Belieben noch einmal: DAM-DAM-DAAAAMMMM.) Man steuert unaufhörlich auf dieses eine Ziel zu. Aber ohne die Stationen dazwischen, an denen man mit Wasser und Motivation versorgt wird, wird man dieses nie erreichen. Jeder Schritt trägt dazu bei, voranzukommen. Und genau auf diese Weise sollte er geschätzt werden. Denn im Endeffekt ist das Ganze – vielleicht nicht nur, aber doch – die Summe seiner Teile.
Jedes Wort trägt zur Vervollständigung eines Buches bei. Jeder Ziegelstein lässt das Haus ein kleines Stück wachsen. Jeder Schritt bringt dich näher an dein Ziel. (Behaltet das vor allem beim Laufen im Hinterkopf, das hilft, die Folter durchzustehen.)
Aber was ist eigentlich dieses Ziel, auf das wir alle zulaufen? Ein glückliches, gesundes Leben? Ein Einfamilienhaus (samt Familie) und Garten und einer tollen Arbeit? Reichtum? Gesundheit? Was ist es, was wir wollen?
Was auch immer es ist…es gibt auch noch andere Sachen. Nur weil ich alles dafür tue, eine steile Karriere hinzulegen, kann ich mich trotzdem darüber freuen, dass der Kaktus in meinem Zimmer zum ersten Mal blüht. Wenn ich mich richtig ins Zeug lege, um einen Partner oder eine Partnerin zu finden, ist es dennoch schön, wenn ich es geschafft habe, 3 Minuten lang einen Plank (=Unterarmstütze für alle Glücklichen, die das nicht wissen) zu halten. Man sollte sein Leben nicht stur auf ein Ziel blickend verbringen, wenn man dabei keinen Stolz mehr für all die anderen tollen Sachen, die man erreicht hat, übrig hat.
So vermeiden wir, dass wir unser Glück auf einen einzigen Ast bauen. Wenn dieser bricht, fallen wir. Wenn wir uns hingegen auf mehrere Freudequellen, auf mehrere Ziele, auf mehrere (und seien sie noch so klein) Erfolge konzentrieren, gibt es immer irgendwo ein Blätterdach, das uns weich auffangen wird. Damit will ich euch nicht dazu aufrufen, eure großen, scheinbar weit entfernten Ziele fallenzulassen – auf gar keinen Fall! Ich will nur nicht, dass euch der Weg dorthin irgendwann als zu beschwerlich erscheint. Es gibt immer etwas, was euch wieder auf die Beine bringt, wenn ihr hingefallen seid. Sei es der Apfelstrudel eurer Oma, eure Orchidee oder euer kleiner Bruder, von dem ihr es nie vermutet hättet. Ihr müsst nur die Augen weit genug offen haben, um diese kleinen Helfer auch wahrzunehmen.
Jetzt fragt ihr euch bestimmt, wie ich heute auf genau dieses Thema gekommen bin. Nun, dafür gibt es natürlich einen ganz besonderen Grund. Und zwar habe ich heute das erste Mal etwas gekocht, das mich wahrhaftig aus den Socken gehauen hat. Das hört sich jetzt vielleicht nicht so weltenverändernd an, aber für mich war es ein großer Erfolg. Schon seit einer Zeit versuche ich mich als Köchin und nie hat etwas wirklich so funktioniert, wie ich das wollte. (Bestimmt kennt ihr das, wenn ihr euer Gericht im Endeffekt nicht einmal selbst als das wiedererkennt, was im Kochbuch abgebildet ist.) Na ja, heute hat es auf jeden Fall geklappt.
Deshalb: Nicht verzagen! Hinter der nächsten Ecke wartet bestimmt schon jemand, der euch ein Wasserglas reicht und „Ja, nur mehr zwei Kilometer!“ zuruft. (Wenn du in diesem Fall erschrocken realisierst: „Was?! Noch 2 Kilometer?“, dann denk in diesem Fall nicht an die zwei Kilometer, sondern lieber an die nächsten 100 Meter, sonst besteht die Gefahr eines Demotivationsschubs.)
Spaß beiseite. Ich müsste jetzt dann auch mal mein tägliches Workout absolvieren. (Da achte ich übrigens auch immer nur an das eine pro Tag, nicht die hunderte, die ich im Jahr mache, sonst falle ich vor Frustration mit einer Schokolade in der Hand ins Bett zurück…) Also kurz und knapp: Seid auch auf die kleinen Erfolge in eurem Leben stolz und vergesst nicht, was ihr alles schon geleistet habt ;) Bei einem Legohaus ist jeder Stein wichtig und sei er noch so winzig.
Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag! Bis nächstes Mal ;)

Hier könnt ihr einen meiner gelungenen Koch(oder eigentlich Back-)versuche bestaunen :) Schokolavakuchen...Mmmmmmmmmm



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