Wie schön, dass du geboren bist...
- chiarasue

- 14. Feb. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Geburtstage. Jeder kennt sie. Jeder hat sie.
Ich wünschte, ich könnte euch jetzt eine originelle Überleitung präsentieren, warum ich ausgerechnet diese Woche auf Geburtstage zu sprechen komme. Leider gibt es nur eine sehr offensichtliche: Ich bin vor ein paar Tagen tatsächlich um ein Jahr älter geworden. (Wobei das ja auch relativ zu sehen ist. Eigentlich bin ich nur einen Tag älter geworden…)
Wie auch immer: Geburtstage bringen meine Gefühlswelt stets ganz schön durcheinander. Offiziell sollte man sich doch darauf freuen. Zumindest, wenn man noch jung ist. Je älter man wird, desto mehr fürchtet man diesen Tag…schätze ich mal. Bei mir war das schon immer etwas anders. Natürlich haben Geburtstage wunderschöne Seiten.
An erster Stelle wären da beispielsweise die Torte und die Geschenke zu nennen. Wer freut sich nicht über kleine (oder gerne auch größere) Aufmerksamkeiten? Und während man als Kind meist noch auf das Materielle fixiert ist, merke ich, wie diese Dinge zunehmend unwichtiger werden. Vermutlich liegt das auch am Lockdown. Was brauche ich schon, um daheim herumzusitzen? Mal sehen, inwiefern sich das noch ändert… Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Geschenke, die von Herzen kommen, immer die schönsten für mich bleiben werden. (Ja, ganz schön kitschig, ich weiß…)
Hinzu kommen die unzähligen Anrufe. Wer gratuliert an diesem besonderen Tag? Doch genauso wie eine wunderschöne Überraschung kann sich dieser Punkt auch als schreckliche Enttäuschung entpuppen. Was, wenn sich niemand meldet? Niemand daran denkt? Man redet sich ein, dass das nichts zu bedeuten hat. Man selbst vergisst ja auch hin und wieder eigentlich wichtige Geburtstage. Und dennoch tut es weh, wenn man sich in seinem neuen Lebensjahr ins Bett legt und der oder die sich nicht gemeldet hat.
Mit Geburtstagen habe ich ein ähnliches Problem wie mit Weihnachten. Ich erwarte mir einfach zu viel. Ich will, dass alles perfekt wird. Ich stelle mir einen superglücklichen Tag vor, male mir die Feier genau aus. Und natürlich wird es nie so wie in meinen Tagträumen. Schön langsam sollte ich gelernt haben, dass die Realität damit nur in den seltensten Fällen mithalten kann. Daran muss ich definitiv noch eine Menge arbeiten. Wobei ich es dieses Jahr tatsächlich geschafft habe, meine Erwartungen klein zu halten. Corona hat mir dabei sehr geholfen…und siehe da: Ich habe einen der schönsten Geburtstage meines Lebens mit meinen engsten Bezugspersonen verbracht.
Als nächstes kommt der Aspekt des fortschreitenden Alters. Während der Jugend erlangt man auf diesem Weg immer mehr Freiheit. Man darf nach und nach diverse Fahrzeuge lenken, selbst über die eigene Frisur bestimmen, Alkohol konsumieren. Schritt für Schritt bekommt man Verantwortung. Ich bin diese Woche achtzehn Jahre alt geworden. Vielleicht der wichtigste Geburtstag bisher. Nun bin ich „erwachsen“.
Das mit dem Erwachsenwerden ist verzwickt. Seit Jahren fürchte ich mich vor dem Tag, an dem ich voll und ganz für mich verantwortlich bin. Ich bin gerne Kind. Ich habe Angst vor der Zukunft. Und es tut weh, diese Zeit hinter mir zu lassen. Natürlich wird sich in den nächsten Monaten nicht großartig viel verändern. Doch dieser Geburtstag war ein eindeutiges Zeichen dafür, dass meine Kindheit nun bald von einem neuen Abenteuer abgelöst wird.
Und so beängstigend das Neue auch ist: Ich freue mich wahnsinnig darauf. Ich habe keine Ahnung, was mich genau erwarten wird. Dennoch fühle ich in mir diese Vorfreude auf Veränderung. Mir öffnet sich eine Welt voller Möglichkeiten. Kein Wunder, dass diese zuerst abschreckend wirkt. Ich finde, man kann das mit dem Aufschlagen eines Buches vergleichen. Auf einmal ist man in einer anderen Welt. Man freut sich auf das, was man erleben wird. In manchen Fällen fürchtet man sich vielleicht auch. Der Unterschied ist, dass man das echte Leben nicht zuklappen kann. Ob das gut oder schlecht ist, überlasse ich eurem Urteilsvermögen…
Jetzt bin ich aber etwas abgedriftet. Eigentlich sollte es ja um Geburtstage im Generellen gehen. Ich habe erlebt, dass Geburtstage in jedem Haushalt ganz anders gefeiert werden. Manche schmeißen eine Riesenparty, dekorieren jedes Zimmer und ohne drei verschiedene Torten geht da gar nichts. Andere feiern vielleicht gar nicht oder kaum. Und all das ist okay.
Ein wichtiger Tipp meinerseits wäre, dass man nicht zu hohe Erwartungen an diesen Tag stellt. Natürlich ist es dein Geburtstag und du hast das Recht, dich einmal so richtig feiern zu lassen. Allerdings misst dieser Tag einfach eine von Menschen bestimmte Spanne, die seit dem Tag deiner Geburt vergangen ist. Deine Welt wird sich nicht schlagartig verändern.
Und trotz allem ist es ein besonderer Tag. Genieße ihn!
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag! Happy Birthday an alle, die heute haben, dieses Jahr schon hatten oder noch haben werden! Alles Gute! (Und ganz nebenbei: Schönen Valentinstag <3! Falls man niemanden hat, mit dem man ihn feiern kann, ist es auch nie ein Fehler, sich selbst einmal einzugestehen, wie lieb man sich eigentlich hat ;))




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